Langzeitprojekt: Patchworkdecke

Wo genäht wird, da fallen Stoffreste an. Manche sind zu gross um einfach weggeworfen zu werden, aber doch zu klein, um daraus ein weiteres Objekt nähen zu können. Solche Reste wandern bei mir in einen Sammelbeutel. Als dieser Beutel proppenvoll war, war es an der Zeit zu überlegen, wie ich ihn wieder leer kriege oder zumindest seinen Umfang vermindere. Da kam mir der Zufall zu Hilfe: Bei Mme Du Jard sah ich eine Patchworkdecke in English Paper Piecing-Technik. Perfekt! Da war sie, die Lösung für mein Reste-Problem.

epp-decke-01Nachdem die Entscheidung „pro Decke“ gefallen war, ging es erstmal ans Rechnen: Wie gross soll die Decke werden, welchen Durchmesser sollen die Hexagone haben und wieviele davon brauche ich? Ich entschied mich dafür, eine Tagesdecke für mein Bett zu nähen; daraus ergibt sich eine Grösse von 160×210 cm. Für die Sechsecke habe ich eine Grösse von 7 cm ausgewählt. Unter Berücksichtigung des einfarbigen Randes, den meine Decke erhalten soll, benötige ich für die gewünschte Deckengrösse 604 Hexagone.

epp-decke-02Da ich nur mit Resten meiner eigenen Nähprojekte und mit gespendeten Stoffresten von Freunden arbeite, ist diese Decke ein Langzeitprojekt. Auch weil ich nicht dauernd daran sitze sondern von Zeit zu Zeit immer mal wieder, je nach Stoffreste-Eingang. Begonnen habe ich anfangs 2012, mittlerweile bin ich ungefähr in der Hälfte angelangt. Die Sechsecke werden komplett von Hand vernäht, die Nähmaschine wird erst für den Rand und fürs Absteppen der Decke zum Einsatz kommen. Beim English Paper Piecing werden die Einzelteile des Patchworks über eine Papiervorlage gefaltet und so geheftet, dass man das Papier wieder entfernen und für weitere Teile verwenden kann (es gibt aber auch antike Decken, bei denen das Papier als zusätzliche Wärmeschicht drin gelassen wurde). Die Sechsecke werden auf der Rückseite mit dem Überwendlichstich aneinandergenäht. Der Ausgestaltung der Decke sind dabei keine Grenzen gesetzt; man kann z.B. mit gleichfarbigen Hexagonen Blumen bilden oder man näht die Sechsecke „einfach so“ zusammen, ohne auf Muster Rücksicht zu nehmen. Letzteres kommt bei meiner Decke zur Anwendung, sie wird kunterbunt.

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UFO Nr. 1: Pinball

pinball01Das erste Projekt, das ich aus meinem UFO-Roulette-Korb gezogen habe, ist das Nadelkissen im Stil der Pinballs aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Man findet in den Weiten des Internet viele Abbildungen solcher Nadelkissen in allen möglichen Farben und Designs. Als Beispiele hier einerseits ein recht schlichtes Exemplar aus der Sammlung von Colonial Williamsburg, das als Hauptmotiv denselben Stern zeigt wie das Strickmuster, das ich für meinen Pinball ausgewählt habe; andererseits ein Paar Pinballs mit viel eingestricktem Text.

Mein Nadelkissen habe ich nach dem Strickmuster von Amanda Carrigan gearbeitet. Jedoch habe ich anstatt zwei unterschiedliche Hälften zu stricken für beide Seiten des Pinballs das Sternmuster gewählt. Gestrickt habe ich mit pflanzengefärbter Seide von The Mulberry Dyer und mit 1.25mm-Nadeln. Anfangs fand ich es ziemlich anstrengend, in so einem Miniaturformat zu arbeiten aber je länger ich daran sass, umso mehr Spass bekam ich daran. Dessen ungeachtet ist es aber doch eine ziemliche Friemelarbeit.

pinball02Der Pinball besteht aus zwei Teilen, die zusammengenäht und fest mit Wolle ausgestopft werden. Die Naht kann mit einem Band oder einer Kordel verdeckt werden, aus der man gleichzeitig eine Aufhängeschlaufe formt. Ich habe in Fingerloop-Technik ein schmales Band aus demselben Garn wie das Nadelkissen hergestellt und dieses rund um den Pinball herum festgenäht.

Somit ist der Anfang des UFO-Berg-Abtragens geschafft und ich freue mich über ein neues Teil für mein historisches Nähkörbchen. Allein, das besagte Körbchen fehlt noch… muss ich gleich auf die Merkliste für neue Projekte setzen.

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Fertig! 🙂