UFO Nr. 7: Turbanmütze & Steckschal

turbanset01Das nächste UFO aus meinem „Sollte ich endlich fertigmachen“-Stapel ist beendet! Und ich hab ihm sogar noch einen Partner verpasst. Der Turban war das UFO, der Steckschal die Ergänzung.

Der Turban ist einfach zu stricken, das Rippenband erfordert nur etwas Geduld, da es eeeewig lang ist (oder mir zumindest so vorkam). Das Turbanstrickmuster ist ein Original aus den 40er-Jahren, das das Victoria & Albert Museum freundlicherweise online zur Verfügung stellt. Man strickt die Kappe und das Rippenband, aus dem dann der Turbanknoten wird, als Einzelstücke und näht sie dann zusammen. Genau daran lag es auch, dass der Turban im UFO-Stapel landete; am Zusammennähen. Ich mach das nicht so gerne, ist aber (dummerweise) notwendig, wenn die Teile getragen werden sollen. Die Näherei dauerte dann auch gar nicht lange, so dass ich mich wieder mal genervt und mich selbst gefragt hab, warum genau ich das eigentlich immer rausschiebe. Hab mir vorgenommen, das Zusammennähen beim nächsten Teil gleich zu erledigen. Ob ich das dann auch tatsächlich mache, wird sich zeigen…

Den Steckschal nach einer Anleitung auf ravelry hatte ich früher schon mal gestrickt und fand, dass so ein Teil wunderbar zum Turban passen würde. Genug Garn war noch vorhanden, also stand dem nichts im Weg. Ein paar Bahnfahrten später war der Schal auch schon fertig (ja, ich stricke, nähe und häkle gern im Zug).
Die hübsche Schirmbrosche ist übrigens von The Pink Bungaloo; bei ihr findet Ihr ganz wunderbaren Reproschmuck. 🙂

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UFO Nr. 6: Sontag

sontag04Es leeeeebt! 😉

Nachdem hier nun so lange Funkstille herrschte, wird mein Blog mit der Beschreibung eines weiteren beendeten Projekts aus meinem UFO-Roulette ins Leben zurückgerufen. Das UFO ist seit vielen Monaten ein FO, aber der Blogbeitrag schrieb sich halt nicht von alleine…

Das besagte UFO ist ein „Sontag“ nach einem Strickmuster aus dem „Godey’s Lady’s Book“ vom Januar 1860.  Ein Sontag, oder auch Bosom Friend (Busenfreund… find ich niedlich) ist eine Art Schultertuch, das mit zwei Kordelsets an der Taille festgebunden wird und somit nicht verrutschen oder runterfallen kann. Ein dem Strickmuster ähnliches Kleidungsstück sieht man auf einem alten Foto, das ich auf Pinterest entdeckt habe. Ich habe den Sontag anlässlich einer Living-History-Veranstaltung bereits ausprobieren können und kann sagen, dass er sehr praktisch ist. Und wunderbar warm.

Die Anleitung für den Sontag habe ich online gefunden. Er ist einfach zu stricken, nur bei den Zu- und Abnahmen musste ich die Anleitung ein paarmal lesen, bis mir alles klar war. Das Würfelmuster besteht aus rechten und linken Maschen, also wirklich nicht kompliziert, aber hübsch. Der Rand des Tuches ist mit einigen Reihen Stäbchenmaschen umhäkelt. Das verleiht dem Tuchrand erstens etwas mehr Stabilität und sieht zweitens auch noch nett aus. Die Kordeln sind gedreht und am Ende mit Troddeln versehen. Dieses Projekt ist ein kleiner Garnfresser, alles in allem mussten fünfeinhalb Knäuel Wolle dran glauben. Es ist auch recht langwierig, gerade beim Rückenteil hatte ich das Gefühl, kaum vorwärts zu kommen. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum der Sontag auf dem UFO-Stapel landete. Aber jetzt ist er ja fertig und ich bin ganz zufrieden damit.

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Ein Tragefoto… der Sontag war die perfekte Ergänzung zu meiner schludrigen „Frühmorgens-Kaffeekoch-Kleidung“.
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UFO Nr. 1: Pinball

pinball01Das erste Projekt, das ich aus meinem UFO-Roulette-Korb gezogen habe, ist das Nadelkissen im Stil der Pinballs aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Man findet in den Weiten des Internet viele Abbildungen solcher Nadelkissen in allen möglichen Farben und Designs. Als Beispiele hier einerseits ein recht schlichtes Exemplar aus der Sammlung von Colonial Williamsburg, das als Hauptmotiv denselben Stern zeigt wie das Strickmuster, das ich für meinen Pinball ausgewählt habe; andererseits ein Paar Pinballs mit viel eingestricktem Text.

Mein Nadelkissen habe ich nach dem Strickmuster von Amanda Carrigan gearbeitet. Jedoch habe ich anstatt zwei unterschiedliche Hälften zu stricken für beide Seiten des Pinballs das Sternmuster gewählt. Gestrickt habe ich mit pflanzengefärbter Seide von The Mulberry Dyer und mit 1.25mm-Nadeln. Anfangs fand ich es ziemlich anstrengend, in so einem Miniaturformat zu arbeiten aber je länger ich daran sass, umso mehr Spass bekam ich daran. Dessen ungeachtet ist es aber doch eine ziemliche Friemelarbeit.

pinball02Der Pinball besteht aus zwei Teilen, die zusammengenäht und fest mit Wolle ausgestopft werden. Die Naht kann mit einem Band oder einer Kordel verdeckt werden, aus der man gleichzeitig eine Aufhängeschlaufe formt. Ich habe in Fingerloop-Technik ein schmales Band aus demselben Garn wie das Nadelkissen hergestellt und dieses rund um den Pinball herum festgenäht.

Somit ist der Anfang des UFO-Berg-Abtragens geschafft und ich freue mich über ein neues Teil für mein historisches Nähkörbchen. Allein, das besagte Körbchen fehlt noch… muss ich gleich auf die Merkliste für neue Projekte setzen.

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Fertig! 🙂

Viele, viele UFOs

uforoulettekorbMein UFO-Roulette-Korb ist reichlich gefüllt… mal schauen, ob ich ihn innert nützlicher Frist leer kriege. In den Tüten drin sind die unten aufgelisteten Projekte, ich bin auf die Reihenfolge gespannt, in der ich sie abarbeiten werde. Ich hoffe auf interessante Zeitsprünge, denn wie bereits gesagt erstrecken sich meine Arbeiten über diverse Epochen. 😉

Strickereien

Nähereien

  • Robe à l’anglaise, spätes 18. Jahrhundert, weiss mit Blumen- und Vogelmuster
  • 1930er-Frühlingskleid, kurzarm, Baumwollstoff blau mit weissen Punkten, nach meinem Lieblings-Schnitt –> UFO Nr. 3
  • 1930er-Winterkleid, langarm, dunkelgrüne Wolle mit schwarzem Besatz, ebenfalls nach meinem Lieblings-Schnitt –> UFO Nr. 8
  • Empirekleid, schwarz-beige bedruckter Baumwoll-Saristoff –> UFO Nr. 2
  • Belle Epoque-Sommerjacke, dunkelblauer Baumwollsatin
  • 1940er-DRK-Helferin-Uniformkleid
  • langärmeliges Unterkleid passend zur 1830er-Stadtberner-Tracht und Empirekleidern, weisses Leinen
  • Justaucorps ca. 1770-1780 aus petrolfarbenem Baumwollsamt

Royal Air Force x2

RAF zum Ersten

Das erste Strickmuster das ich  aus dem Buch „Knitting Fashions of the 1940s“ verarbeitet habe, war eins für ein Spielzeug, eine Puppe.

Da ich selber im Reenactment eine WAAF (Women’s Auxiliary Air Force) airwoman darstelle, lag es nahe, die Puppe ebenfalls als WAAF zu arbeiten. Zudem hatte ich noch Garnreste in Airforce blue, übriggeblieben vom Geburtstagsgeschenk für einen lieben Freund (siehe RAF 2. unten).

Die einzelnen Teile der Puppe zu stricken ging zwar recht rasch, war aber eine ziemliche Fiddelei mit feinen Nadeln und wenig Maschen. Die 100 Fäden zum Ver- und Zusammennähen verdränge ich grad. Dumeinegüte. Aber der Aufwand war’s wert, unsere Reenactmentgruppe hat ihr erstes Maskottchen, sie hört auf den Namen Lizzy. Das zweite Maskottchen kommt auch irgendwann, ein Airman muss auch noch her. Und der wird selbstverständlich George heissen. 😉

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RAF zum Zweiten

Der besagte Schal, aus Sockenwolle gestrickt. Das heisst, ich war eeeeewig dran mit dem feinen Garn und den relativ dünnen Nadeln. Was tut man nicht alles für gute Freunde. Das Strickmuster stammt aus einem originalen Büchlein aus den Kriegsjahren, betitelt „Knitting for the RAF“.

Der Beschenkte freut sich sichtlich über die Ergänzung seiner Ausrüstung. 🙂

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