UFO Nr. 6: Sontag

sontag04Es leeeeebt! 😉

Nachdem hier nun so lange Funkstille herrschte, wird mein Blog mit der Beschreibung eines weiteren beendeten Projekts aus meinem UFO-Roulette ins Leben zurückgerufen. Das UFO ist seit vielen Monaten ein FO, aber der Blogbeitrag schrieb sich halt nicht von alleine…

Das besagte UFO ist ein „Sontag“ nach einem Strickmuster aus dem „Godey’s Lady’s Book“ vom Januar 1860.  Ein Sontag, oder auch Bosom Friend (Busenfreund… find ich niedlich) ist eine Art Schultertuch, das mit zwei Kordelsets an der Taille festgebunden wird und somit nicht verrutschen oder runterfallen kann. Ein dem Strickmuster ähnliches Kleidungsstück sieht man auf einem alten Foto, das ich auf Pinterest entdeckt habe. Ich habe den Sontag anlässlich einer Living-History-Veranstaltung bereits ausprobieren können und kann sagen, dass er sehr praktisch ist. Und wunderbar warm.

Die Anleitung für den Sontag habe ich online gefunden. Er ist einfach zu stricken, nur bei den Zu- und Abnahmen musste ich die Anleitung ein paarmal lesen, bis mir alles klar war. Das Würfelmuster besteht aus rechten und linken Maschen, also wirklich nicht kompliziert, aber hübsch. Der Rand des Tuches ist mit einigen Reihen Stäbchenmaschen umhäkelt. Das verleiht dem Tuchrand erstens etwas mehr Stabilität und sieht zweitens auch noch nett aus. Die Kordeln sind gedreht und am Ende mit Troddeln versehen. Dieses Projekt ist ein kleiner Garnfresser, alles in allem mussten fünfeinhalb Knäuel Wolle dran glauben. Es ist auch recht langwierig, gerade beim Rückenteil hatte ich das Gefühl, kaum vorwärts zu kommen. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum der Sontag auf dem UFO-Stapel landete. Aber jetzt ist er ja fertig und ich bin ganz zufrieden damit.

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Ein Tragefoto… der Sontag war die perfekte Ergänzung zu meiner schludrigen „Frühmorgens-Kaffeekoch-Kleidung“.
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UFO Nr. 4 + 5: Schals

Zwei unspektakuläre Projekte sind fertiggestellt und damit ist auch der UFO-Berg wieder um ein Stückchen kleiner geworden. Der schwarz-weiss-graue Schal ist ein riesiger Loop, auf der 150cm-Rundstricknadel glatt rechts gestrickt. Fleissarbeit… zum Glück liess sich das handgefärbte Seidengarn sehr schön verstricken. Den violett-braunen Schal habe ich im falschen Patentmuster aus einem sehr kuscheligen Wolle-Seide-Mischgarn gestrickt.

Wie gesagt, unspektakulär. 😉

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UFO Nr. 3: Pünktchenkleid

Gleich im Vornherein entschuldige ich mich für die nicht ganz so berauschende Qualität der Bilder in diesem Beitrag, sie wurden mit der Mobiltelefon-Kamera aufgenommen.

puenktchenblau04Das dritte UFO aus meinem Stapel ist abgearbeitet, ein Pünktchenkleid nach – wen wundert’s – meinem Lieblingsschnitt von Wearing History. Diese Schnitte sind einfach wunderbar zu verarbeiten und haben auch sehr ausführliche Anleitungen mit dabei. Das kann man gar nicht oft genug sagen, finde ich.

Den Stoff hatte ich mal auf dem holländischen Stoffmarkt in Freiburg i.Br. gekauft. Er gefiel mir so gut, dass ich ihn gleich in zwei Farben haben musste, in braun und eben in blau, beide mit weissen Punkten. Aus dem braunen Stoff soll mal eine Bluse werden, irgendwann.

Der Schnitt von Wearing History ist für ein ärmelloses Kleid. Ich wollte jedoch ein Kurzarmkleidchen haben, also hab ich selbst einen Ärmelschnitt dazu erstellt. Am Taillenteil und an den Ärmeln habe ich das Kleid mit weissen Paspeln versehen. Der Schnitt empfiehlt bei den Dekorationsmöglichkeiten zwar Zickzackborte und Ähnliches, das fand ich zu meinem Pünktchenstoff aber nicht passend, Paspeln sind da besser. Geschlossen wird das Kleid vorne mit Druckknöpfen, über denen Zierknöpfe aus Glas angebracht sind. Seitlich ist noch ein Reissverschluss drin. Die Glasknöpfe sind alt, hab ich mal auf einem Flohmarkt gekauft. Ich kann an Knöpfen nie vorübergehen; an Flohmarktständen, die alte Knöpfe haben, bleib ich garantiert länger stehen. Deshalb vergrössert sich meine Knopfsammlung auch stetig…

puenktchenblau03Eine Eigenheit meiner selbstgenähten Kleider sind die Saumbänder. Ich mag es da gern etwas „spezieller“, unifarbene Bänder finde ich langweilig. Hier hab ich ein rotes Band im Massband-Look genommen, ist es nicht niedlich?!

Diese Bänder kaufe ich genau wie die Knöpfe auch immer und überall, wo mir ein hübsches, saumbandgeeignetes Etwas vor die Nase gerät. Dementsprechend verfüge ich auch hier über eine ansehnliche Sammlung.

 

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Gestern Abend konnte ich das soeben fertiggestellte Kleid auch schon ausführen. Ich hab mich darin sehr wohl gefühlt, das wird wohl eins meiner am häufigsten getragenen Kleider werden.

 

UFO Nr. 2: Empirekleid

Das zweite Projekt aus dem UFO-Roulette ist fertig: Ein Kleid im Stil der späten 1790er- / sehr frühen 1800er-Jahre, das ich nach einem Schnitt von Past Patterns genäht habe. Past Patterns-Schnitte sind wunderbar einfach zu verarbeiten und sind dank ihrer ausführlichen zugehörigen Beschreibung sowie den klaren Markierungen auf den einzelnen Schnittteilen auch für nicht so geübte Näherinnen und Näher historischer Mode geeignet.

Für dieses Kleid habe ich einen bedruckten-Baumwoll-Sari verarbeitet. Dieser war reichlich gestärkt, so dass selbst nach einigen Wäschen immer noch Stärke im Stoff vorhanden ist und das Kleid deswegen noch nicht wunschgemäss fällt. Also ist fleissiges Weiterwaschen angesagt. Gefüttert habe ich bei diesem Kleid nur das Oberteil, das war zwecks Stabilität des Kleides nötig. Der Saristoff ist sehr fein, ohne Futter wäre das Risiko, dass der Stoff an belasteten Nähten reisst, zu gross.

Mal schauen, wann ich das Kleid ausführen kann, dann wird’s auch Tragefotos geben. 🙂

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UFO Nr. 1: Pinball

pinball01Das erste Projekt, das ich aus meinem UFO-Roulette-Korb gezogen habe, ist das Nadelkissen im Stil der Pinballs aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Man findet in den Weiten des Internet viele Abbildungen solcher Nadelkissen in allen möglichen Farben und Designs. Als Beispiele hier einerseits ein recht schlichtes Exemplar aus der Sammlung von Colonial Williamsburg, das als Hauptmotiv denselben Stern zeigt wie das Strickmuster, das ich für meinen Pinball ausgewählt habe; andererseits ein Paar Pinballs mit viel eingestricktem Text.

Mein Nadelkissen habe ich nach dem Strickmuster von Amanda Carrigan gearbeitet. Jedoch habe ich anstatt zwei unterschiedliche Hälften zu stricken für beide Seiten des Pinballs das Sternmuster gewählt. Gestrickt habe ich mit pflanzengefärbter Seide von The Mulberry Dyer und mit 1.25mm-Nadeln. Anfangs fand ich es ziemlich anstrengend, in so einem Miniaturformat zu arbeiten aber je länger ich daran sass, umso mehr Spass bekam ich daran. Dessen ungeachtet ist es aber doch eine ziemliche Friemelarbeit.

pinball02Der Pinball besteht aus zwei Teilen, die zusammengenäht und fest mit Wolle ausgestopft werden. Die Naht kann mit einem Band oder einer Kordel verdeckt werden, aus der man gleichzeitig eine Aufhängeschlaufe formt. Ich habe in Fingerloop-Technik ein schmales Band aus demselben Garn wie das Nadelkissen hergestellt und dieses rund um den Pinball herum festgenäht.

Somit ist der Anfang des UFO-Berg-Abtragens geschafft und ich freue mich über ein neues Teil für mein historisches Nähkörbchen. Allein, das besagte Körbchen fehlt noch… muss ich gleich auf die Merkliste für neue Projekte setzen.

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Fertig! 🙂