Kissenschürze

Ich habe mich – wie schon so oft – wieder mal durch Frl. Swing inspirieren lassen. Sie zeigte eine hübsche Schürze, die mich gleich dazu animiert hat, eine eigene Version nähen zu wollen.

Bei meiner Schürze gibt es im Vergleich zur Variante von Frl. Swing einige Unterschiede: Die Abnäher, Schulterrüschen und die Tasche habe ich weggelassen sowie anstelle der langen Bänder Knöpfe zum Schliessen angebracht. Die Bindebänder fielen nicht deshalb weg, weil mir eine Schleife nicht gefällt, sondern weil ich zu wenig Stoff dafür hatte. Ich habe nämlich einen alten Kissenbezug umgearbeitet und hatte dementsprechend nur knapp bemessenen Stoff zur Verfügung; 80 x 150 cm, um genau zu sein.

Der Kissenbezug musste zuerst einmal in ein nutzbares Stück Stoff verwandelt werden, also als erstes alle Nähte auftrennen (zum Glück gibt’s Nahttrenner…) und die Knöpfe abnehmen. Dann ab in die Wäsche mit dem Stoff, bügeln, und schon ist das ehemalige Kissen bereit dafür, ein neues Leben als Schürze zu beginnen.

Die Schürze ist sehr einfach zu nähen und trotzdem habe ich es verhauen, wie man auf den Bildern sieht. Die Taille ist trotz ausgiebigem Messen zu weit und die Träger muss ich auch nochmal überarbeiten (und eventuell den von Frl. Swing in der Anleitung empfohlenen Steg anbringen). Aber das gute Stück gefällt mir trotzdem schon, ich mag Karostoffe einfach. Die fertige Schürze fand ich etwas schlicht, deshalb habe ich noch kleine Motive aus schwarzem Baumwollgarn aufgestickt. Eine Tasche gab’s dann doch auch noch, allerdings auf der Innenseite der Schürze, aussen drauf gefiel sie mir nicht. Jetzt liegt die Schürze erstmal auf dem Änderungsstapel, sobald ich sie anpassen konnte, gibt’s neue Fotos. 🙂

Spinnerin-Schultertuch (+ UFO Nr. 8)

spinnerinschultertuch01In einem von Couturette hochgeladenen Strick- und Häkellehrbuch der Wollmarke „Spinnerin“ aus den 1930ern hatte ich schon vor einer Weile ein Schultertuch gesehen, das ich unbedingt haben musste. Im Oktober stand eine längere Bahnfahrt an, für die mir das Tuch als geeignete Reisebeschäftigung erschien. Also musste ich mich erstmal entscheiden, welche Farben ich denn nehmen will. Ich stand einigermassen ratlos vor dem Wollregal im lokalen Bastelgeschäft und hab einfach mal rumprobiert und x verschiedene Knäuelkombinationen rausgelegt. Von starken Kontrasten wie wollweiss-rot-schwarz bis zu Ton-in-Ton-Zusammenstellungen war alles dabei. Schlussendlich habe ich mich für Lang Merino 150-Garn in vanille (197.0013), goldbraun (197.0411) und schwarzbraun (197.0068) entschieden.

Die Anleitung an sich ist kurz, aber gut geschrieben und das Muster ist einfach. Ich bin anfangs bloss über die Methode gestolpert, wie die Rippen entstehen sollen. Nach einigen Auftrenn- und Wiederherstellaktionen war’s dann klar, und die Produktion konnte weitergehen. Bis ungefähr in die Mitte des goldbraunen Teils kam ich recht rasch voran, danach wurde es langwieriger und erschien mir wie eine Fleissarbeit. Aber eine, die sich gelohnt hat, ich mag das Tuch sehr! Gegenüber der Anleitung habe ich zwei Änderungen vorgenommen: bei jeder Farbe habe ich eine Reihe weniger gehäkelt, da ich das Tuch wegen meiner geringen Körpergrösse etwas kürzer haben wollte; und ich habe die Abschlussreihe weggelassen, die gefiel mir nicht (hab ein kurzes Stück davon gehäkelt und gleich wieder aufgetrennt). Aus dem Restgarn habe ich dann noch „frei Schnauze“ ein passendes Barett gehäkelt.

Das Kleid auf den nachfolgenden Fotos ist mein UFO Nr. 8 aus dem UFO-Roulette-Korb. Ursprünglich wollte ich das Kleid mit langen Ärmeln nähen, jedoch erschien mir der Stoff dann doch zu dick dafür und ich hab die ärmellose Variante mit Bluse drunter gewählt. Es ist wieder mal ein Kleid nach meinem Lieblingsschnitt von Wearing History; so ziemlich genau das winterliche Gegenstück zu der schwarzen Leinenversion mit grünen Details. Die Bluse ist aus weissem Leinen, den Schnitt dafür hab ich bei einer meiner Dirndlblusen abgenommen. Die hübsche Eichblatt-Brosche und die Ohrringe sind von The Pink Bungaloo, ich liebe ihren Schmuck!

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rasch gehäkelt: Einkaufsnetz

haekelnetz01Das nebenstehende Bild einer Seite aus einem Heft aus den 1940er-Jahren wurde von einer Freundin auf Facebook hochgeladen. Nachdem ich die Beschreibung des niedlichen Einkaufsnetzes gelesen hatte, dachte ich mir „so eine Tasche musst Du haben“. Auf dem Heimweg von der Arbeit sah ich beim Bastelladen leuchtend korallfarbenes Garn im Restknäuelkorb (juhu, günstiger Preis!) liegen, das mir für die Tasche perfekt geeignet schien. Flugs gekauft und mich mich in den Weiten des Internets auf die Suche nach Anleitungen für ähnliche Netze gemacht, bei Antetanni wurde ich fündig. Da ich lieber eine Handtasche anstelle eines Einkaufsnetzes haben wollte, habe ich die Anleitung ein wenig angepasst; meine Version habe ich am Ende dieses Beitrages notiert. Das Netz liess sich recht einfach häkeln, auch wenn ich am Anfang etwas über die Befestigung der Luftmaschenbogen an der vorherigen Runde gestolpert bin. In meiner Anleitung habe ich diesen Schritt deshalb mit Fotos dokumentiert. Wenn ich eine solche Tasche nochmal häkeln sollte, würde ich den Boden aus festen Maschen arbeiten, damit er etwas stabiler wird. Den Stäbchenboden habe ich mit einer Kartonplatte verstärkt, damit er nicht durchhängt, ich finde das nicht so schön. Ich überlege mir auch, die Tasche mit Stoff abzufüttern, da die Maschen doch recht gross sind und dadurch ein gewisses Risiko besteht, dass Dinge durchrutschen. Ach ja: Die Zugbänder sind einfache, gedrehte Kordeln. Man kann aber auch hübsche Bänder nehmen oder Luftmaschenkordeln häkeln, ganz nach eigenem Geschmack.

Passend zum Netztäschchen habe ich mir ein Haarnetz im gleichen Luftmaschenbogen-Muster gehäkelt. Dafür hatte ich keine Anleitung, hab einfach drauflosgearbeitet, so wie ich das Gefühl hatte, dass es passt.

Im schon erwähnten Restknäuelkorb lagen auch noch zwei Knäuel hellgelbes Garn, die ich ebenfalls in meine Einkaufstasche gepackt habe. Daraus habe ich erstmal einen Geldbeutel – gerade gross genug, damit neben Bargeld auch Bankkarte und Ausweis reinpassen – nach der Anleitung von Shara Lambeth Designs gefertigt. Bei Gelegenheit werde ich aus diesem Garn wohl noch eine grössere Version dieses Etuis für Lippenstift, Spiegel & Co. herstellen, das Design gefällt mir in diesem Hellgelb sehr. Die Anleitung fürs Etui ist in Englisch verfasst: eine sehr hilfreiche Übersetzungsliste für englische Häkelbegriffe (UK und US) habe ich bei Maschenzähler gefunden.

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UFO Nr. 7: Turbanmütze & Steckschal

turbanset01Das nächste UFO aus meinem „Sollte ich endlich fertigmachen“-Stapel ist beendet! Und ich hab ihm sogar noch einen Partner verpasst. Der Turban war das UFO, der Steckschal die Ergänzung.

Der Turban ist einfach zu stricken, das Rippenband erfordert nur etwas Geduld, da es eeeewig lang ist (oder mir zumindest so vorkam). Das Turbanstrickmuster ist ein Original aus den 40er-Jahren, das das Victoria & Albert Museum freundlicherweise online zur Verfügung stellt. Man strickt die Kappe und das Rippenband, aus dem dann der Turbanknoten wird, als Einzelstücke und näht sie dann zusammen. Genau daran lag es auch, dass der Turban im UFO-Stapel landete; am Zusammennähen. Ich mach das nicht so gerne, ist aber (dummerweise) notwendig, wenn die Teile getragen werden sollen. Die Näherei dauerte dann auch gar nicht lange, so dass ich mich wieder mal genervt und mich selbst gefragt hab, warum genau ich das eigentlich immer rausschiebe. Hab mir vorgenommen, das Zusammennähen beim nächsten Teil gleich zu erledigen. Ob ich das dann auch tatsächlich mache, wird sich zeigen…

Den Steckschal nach einer Anleitung auf ravelry hatte ich früher schon mal gestrickt und fand, dass so ein Teil wunderbar zum Turban passen würde. Genug Garn war noch vorhanden, also stand dem nichts im Weg. Ein paar Bahnfahrten später war der Schal auch schon fertig (ja, ich stricke, nähe und häkle gern im Zug).
Die hübsche Schirmbrosche ist übrigens von The Pink Bungaloo; bei ihr findet Ihr ganz wunderbaren Reproschmuck. 🙂

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UFO Nr. 6: Sontag

sontag04Es leeeeebt! 😉

Nachdem hier nun so lange Funkstille herrschte, wird mein Blog mit der Beschreibung eines weiteren beendeten Projekts aus meinem UFO-Roulette ins Leben zurückgerufen. Das UFO ist seit vielen Monaten ein FO, aber der Blogbeitrag schrieb sich halt nicht von alleine…

Das besagte UFO ist ein „Sontag“ nach einem Strickmuster aus dem „Godey’s Lady’s Book“ vom Januar 1860.  Ein Sontag, oder auch Bosom Friend (Busenfreund… find ich niedlich) ist eine Art Schultertuch, das mit zwei Kordelsets an der Taille festgebunden wird und somit nicht verrutschen oder runterfallen kann. Ein dem Strickmuster ähnliches Kleidungsstück sieht man auf einem alten Foto, das ich auf Pinterest entdeckt habe. Ich habe den Sontag anlässlich einer Living-History-Veranstaltung bereits ausprobieren können und kann sagen, dass er sehr praktisch ist. Und wunderbar warm.

Die Anleitung für den Sontag habe ich online gefunden. Er ist einfach zu stricken, nur bei den Zu- und Abnahmen musste ich die Anleitung ein paarmal lesen, bis mir alles klar war. Das Würfelmuster besteht aus rechten und linken Maschen, also wirklich nicht kompliziert, aber hübsch. Der Rand des Tuches ist mit einigen Reihen Stäbchenmaschen umhäkelt. Das verleiht dem Tuchrand erstens etwas mehr Stabilität und sieht zweitens auch noch nett aus. Die Kordeln sind gedreht und am Ende mit Troddeln versehen. Dieses Projekt ist ein kleiner Garnfresser, alles in allem mussten fünfeinhalb Knäuel Wolle dran glauben. Es ist auch recht langwierig, gerade beim Rückenteil hatte ich das Gefühl, kaum vorwärts zu kommen. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum der Sontag auf dem UFO-Stapel landete. Aber jetzt ist er ja fertig und ich bin ganz zufrieden damit.

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Ein Tragefoto… der Sontag war die perfekte Ergänzung zu meiner schludrigen „Frühmorgens-Kaffeekoch-Kleidung“.
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